Donnerstag, 2. Januar 2020

Verabschiedung


Was würde ich dafür geben, die Verabschiedungsfeier von Manuel noch einmal bei vollem Bewußtsein , erleben zu dürfen. Wir haben alle  unser Bestes gegeben, damit es eine schöne Verabschiedung wird. Aber leider sind gewisse Teile aus meinem Gedächtnis verschwunden. 
Eines weiß ich noch ganz genau, wieviele Menschen gekommen sind - aus Innsbruck, Spittal und Villach. Ehemalige Schulkollegen und Freunde aus Kärnten , seine Vorgesetzten , Kollegen und Freunde aus Innsbruck, Mitschüler aus der Berufschule in Innsbruck und natürlich soviele Verwandte, Bekannte und Freunde aus Lienz. 

Es war keine Verabschiedungsfeier  mit Messe etc. wie man sie üblicherweise kennt, das wäre nicht im Sinne von Manuel gewesen. Ja, es war ein Pfarrer dabei, der unsere Wünsche sehr unterstützt hat, er hat alles wundervoll gestaltet.
DANKE !
Jeder von uns hat ein Lied ausgesucht, dass er passend fand und für ihn eine Bedeutung hatte. 
Ich glaube, es war so ziemlich das erste Begräbnis in Lienz, wo nicht nur Trauermusik gespielt wurde. Als ganz besonderes Highlight war "EMINEM - Loose yourself" , Manuels absoluter Favorit. Es war der Wunsch seiner Schwester, mit der er , um es mit Manuel´s Worten auszudrücken, sein
 "BESTES KONZERT EVER"
 erlebt hat. 
Zuerst wußten wir nicht wirklich, wer den Lebenslauf vortragen könnte, für die Angehörigen unvorstellbar. Und dann wie eine Eingebung: Die Mutter seines ersten besten Freundes , mit der ich immer noch freundschaftlich verbunden war, die Manuel von klein auf kannte, das war die Lösung. Sie hat uns sofort zugesagt, obwohl es ihr nicht leicht gefallen ist. Teilweise mit Schluchzen, weil sie sich an gewisse Situationen genau erinnern konnte, meisterte sie das Ganze vorbildhaft. 
Ich weiß bis heute nicht, wie ich das alles geschafft habe. Vor meinen Augen der Sarg mit meinem geliebten Kind . 

Es gibt nichts Schlimmeres im Leben, als sein eigenes Kind zu verlieren. 
Man wird nie mehr der Mensch sein, der man einmal war. 

Dienstag, 31. Dezember 2019

Großen Dank an meine Schwester

Als der erste Schock nachließ und die Realität mich in einen tiefen Abgrund riß, brachte mir meine Schwester ein besonderes Buch :





Kleiner Auszug aus dem Buch:

Im Himmel zu Hause
Wenn ein Kind stirbt, ist der Schmerz für die Hinterbliebenen unermesslich. Pascal Voggenhuber hat zahlreiche Eltern bei ihrem Trauerprozess begleitet. Die Botschaften, die er von den Seelen verstorbener Kinder empfängt, sind voller Trost und Hoffnung: „Wir leben in einer wunderschönen neuen Welt. Und wir wünschen uns von Herzen, dass es auch euch gut geht – seid stark und lebt euer Leben, bis wir uns wiedersehen.“


Ich kannte bis dato zwar den Namen Voggenhuber vom Erzählen und ich muß gestehen, es hat mich Überwindung gekostet, das Buch zu lesen. Wenn man noch nie ein Buch von Voggenhuber gelesen hat, muß man sich erst in diese Marterie einfinden. Ich habe ein paar Seiten gelesen, mußte dann wieder von vorne anfangen, aber dann habe ich verstanden, wie es gemeint ist. Und ich muss sagen , das Buch hat mich so fasziniert, dass ich meine Schwester gebeten habe, mir weitere zu bringen. 
Jetzt kann man es schon als eine Sucht bezeichnen. 

Glaubt Ihr an Zeichen von Verstorbenen?

Ich persönlich glaube ganz fest daran, da ich diese regelmässig bekomme.
Viele werden mich für verrückt erklären - vielleicht bin ich es ja auch - aber Manuel ist da.
Gerade heute als ich beim PC saß und darauf wartete , bis endlich meine Suppe fertig ist, ein Klacksen in der Leitung. Es ist nichts mehr Neues für mich, es passiert regelmäßig. Dann frage ich Manu - " Bist Du da " und prompt kommt als Bestätigung der nächste Knacks.
Verrückt oder nicht - Das ist mein geliebter Manu !
Natürlich habe ich nach Bestätigungen von anderen Menschen gesucht, die auch sowas erleben.
Ein Buch , das mich besonders fasziniert hat , ist :

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Dieses Buch beseitigt die Barriere zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Verstorbenen. Es zeigt auf faszinierende Weise, dass die Seelen »auf der anderen Seite« uns wichtige Botschaften übermitteln wollen. Um den Hinterbliebenen Trost im Schmerz des Scheidens zu schenken und um allen Menschen für ihren Weg im Leben Rat und Orientierung zu bieten.

Ich habe das Buch selbst gelesen und es hat mir mir wirklich sehr geholfen und vor allem weiß ich nun, dass ich nicht alleine mit dem Gedanken, dass unsere lieben Verstorbenen bei uns sind.
Hier noch mal der Textlink, falls ihr keine Bilder seht.

Samstag, 21. Dezember 2019

Warum ?

Dieses große WARUM stellen sich wohl alle , die Manuel kannten. 
Er war ein lebenslustiger Bursche, der immer alle unterhalten hat und jedem ein Lächeln auf die Lippen zauberte.
Nicht viele wußten von seiner kaputten Seele, er war ein guter Schauspieler. Klar, er hat viel erleiden müssen und es hat Menschen gegeben, die sein Inneres total aufgewühlt haben. Ganz besonders denke ich da an jemanden, dem ich hoffentlich nie mehr begegne. Manuel war nicht der Mensch, der seinen Kummer nach aussen trug. Es wurde einfach zu viel. 
Natürlich haben wir alle Schuldgefühle, weil wir das nicht rechtzeitig erkannten. 


Ich werde nie mehr den Tag vergessen, als diese schreckliche Nachricht kam. Die Hoffnung, dass er doch noch lebend gefunden wird, war so groß. Im Stillen wußten wir alle , dass er keine Chance hatte, zu überleben. Minuten, Stunden, ein Tag und eine Nacht vergingen, die Hoffnung war auf dem Nullpunkt. 
Feuerwehr, Wasserrettung, Hubschrauber, alles war auf der Suche. Das Kriseninterventionsteam stand uns stets zur Seite. Verwandte, Freunde und Bekannte gaben uns Halt. 
Diesen Menschen möchte ich nachträglich noch einmal mein herzliches Danke aussprechen.
Um ca. 10 Uhr vormittags dann der Anruf : Manuel wurde tot geborgen. Ich wollte es immer noch nicht glauben, dass er tot ist. 
Die Erde stand still.

Mittwoch, 18. Dezember 2019